Umstrittener Boommarkt AdTech Ad Liebe Leser, für die Spekulanten sind es rosige Aussichten. Die Nachfrage nach Pflanzenöl steigt fleißig mit den hohen Rohölpreisen weiter an. Der Verbrauch der neun wichtigsten pflanzlichen Öle wird sich im Wirtschaftsjahr 2008/09 auf 131,9 Millionen Tonnen belaufen. Laut der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP), entspricht dies einem Zuwachs von vier Prozent. Bezogen auf die vergangenen zehn Jahre hat sich der Verbrauch um 53 Millionen Tonnen bzw. 68 Prozent erhöht. Interessant: Allein der Verbrauch von Palmöl ist um 24,8 Millionen Tonnen oder um 138 Prozent gestiegen. Die Hauptursache für dieses Wachstum ist ganz klar der Biodiesel. Weil man weltweit versucht, die Abhängigkeit vom Erdöl immer weiter zu reduzieren. Größte Verbraucher von pflanzlichen Ölen sind 1) China: rund 25,3 Millionen Tonnen 2) EU: 22,1 Millionen Tonnen 3) Indien: 13,1 Millionen Tonnen 4) USA mit 12,5 Millionen Tonnen. Fortsetzung:Allroundtalent Palmöl Palmöl ist preiswert und vielseitig. Außer in Biodiesel findet man es in Margarine, in Süßigkeiten, in Fertiggerichten, in Waschmitteln, Seifen und Kosmetika. Ein Allroundtalent eben. Mehr als 80% der weltweiten Produktion kommt aus Malaysia und Indonesien. Während Malaysia bereits vor Jahren die meisten Wälder zu Plantagen umgewandelt hat, ist Indonesien noch dabei immer mehr Flächen des kostbaren Regenwaldes zu roden. Und ein Ende ist nicht abzusehen.
Palmöl oder Regenwald, haben wir noch eine Wahl? Der Preis des billigen Öls ist teuer erkauft. Denn er kostet uns den für unser Klima so wichtigen Regenwald. Allein zwischen 1990 und 2005 verdoppelte Malaysia seine Anbaufläche auf 3,6 Millionen Hektar und Indonesien weitete sie um 270 Prozent auf 4,1 Millionen Hektar aus. In beiden Ländern ging der Anbau zu über 50 Prozent zu Lasten der Wälder, die restlichen Flächen waren schon zuvor landwirtschaftlich genutzt. Ich weiß von vielen Lesern, dass sie Skrupel haben in Palmöl zu investieren oder in Unternehmen, die diesen Stoff weiterverarbeiten. Und ich muss sagen, es gibt genügend Gewinnchancen um von Asiens Wachstumsmärkten zu profitieren, mit denen man nicht gleichzeitig den Raubbau an der Natur fördert. Herzlichst, Ihr Heiko Seibel
Der Verbrauch der neun wichtigsten pflanzlichen Öle wird sich im Wirtschaftsjahr 2008/09 auf 131,9 Millionen Tonnen belaufen. Dies entspricht einem Zuwachs von 4 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Verbrauch damit um 53 Millionen Tonnen oder 68 Prozent erhöht. Dabei ist alleine der Verbrauch von Palmöl um 24,8 Millionen Tonnen oder 138 Prozent angestiegen.
Das Bestreben vieler Nationen, über biogene Energieträger die Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren und auch die zunehmende Verwendung pflanzlicher Öle in der menschlichen Ernährung sind die Ursachen für dieses Wachstum. Fortsetzung:Größter Verbraucher von pflanzlichen Ölen ist mit rund 25,3 Millionen Tonnen China, gefolgt von der EU-27 mit 22,1 Millionen Tonnen. Dahinter liegen Indien mit 13,1 Millionen Tonnen und die USA mit 12,5 Millionen Tonnen.
Diesel zu teuer: Altes Frittieröl in den Autotank Alternativen zum teuren Diesel sind heiß begehrt
Zumindest für Diesel-Fahrzeuge lässt sich ein Ausweg zum teuren Tanken finden: Pflanzenöl. Bei Anbietern hat ein Ansturm von Anfragen eingesetzt. Im Internet kursieren Tipps zum Fahren mit Frittier-, Brat- und Salatöl. Fortsetzung:Vor allem Diesel-Fahrer stöhnen unter den horrenden Preisen an der Zapfsäule und suchen nach Alternativen. Es bieten sich derzeit „Salatöl“ und wieder verwertetes Frittenöl an, beides im Preis billiger (rund ein Euro) als Diesel an der Tankstelle. Robert Hanke vom Verein „Biotrieb“ in Wolkersdorf (Burgenland), der Autos auf Pflanzenöl-Betrieb umrüstet: „Wir können die Nachfrage derzeit kaum befriedigen, wir werden mit Anrufen ‚bombardiert’, aus ganz Österreich, auch aus Salzburg.“ In jedem Fall müssen die Fahrzeuge technisch umgerüstet werden (Erwärmung des Öls), bevor der Betrieb mit Pflanzenöl oder gereinigtem Altfett erfolgen kann. Auch beim Sprit aus Altöl steigt die Nachfrage. Gernot Breitenhuber von der SEEG (Genossenschaft) im steirischen Mureck, wo jährlich bis zu 9000 Tonnen Altfett zu Treibstoff verarbeitet werden: „Man merkt, dass derzeit ein G’riss ums Altöl besteht. Die Leute suchen nach Auswegen.“ Bei einer Tankfüllung ab 25.000 Liter, wie sie zum Beispiel an Frächter geht, kostet der Liter Biosprit 0,95 Cent. „Salatöl“ statt Diesel im Tank Immer mehr Autofahrer wollen Pkw oder Traktor auf Pflanzenölbetrieb umstellen Sein Dieselauto mit „Salatöl“ betanken, beziehungsweise auf Pflanzensprit umrüsten, ist möglich. Dabei muss man mit Kosten bis zu 3000 Euro rechnen. Danach ist man – zumindest vom Diesel – unabhängig. Sogar eine eigene Tankstelle kann man daheim aufstellen. Tanken mit Pflanzenöl oder Altfett statt mit dem teuren Diesel scheint für viele immer attraktiver zu werden. Allerdings warnen Experten vor dem einfachen Weg, das Öl „einfach in den Tank zu schütten“. Im Internet kursieren zwar Tipps zum Fahren mit Frittenöl und es werden entsprechende Filter zum Verkauf angeboten, allerdings wird keine „Verantwortung für Schäden übernommen“. Nach entsprechender Umrüstung des Fahrzeugs kann man allerdings mit gereinigtem Altfett oder Pflanzenöl fahren. Die Kosten für den Umbau reichen dabei bis zu 3000 Euro. Der Burgenländer Robert Hanke hat sich auf die Umrüstung von Autos spezialisiert, und gibt über den Verein „Biotrieb“ Hilfestellung zum Fahren mit Pflanzenöl. Auch vermietet werden die „Salatöl“-Autos. Hanke: „Vielen geht es dabei um die Unabhängigkeit von Ölpreis und Tankstellen.“ Man kann seine eigene Pflanzenöl-Tankstelle aufstellen (1000-Liter-Tank, kein Gefahrengut). Dazu geeignet sind Garagen, Schuppen oder Garten. „Wir bekommen auch viele Anrufe von Leuten, die in Wohnungen leben. Da ist es dann eher schwierig“, so Hanke. Ein Liter Pflanzenöl kostet derzeit einen Euro. Mit einem 1000-Liter-Tank um 1000 Euro kommt man rund ein Jahr lang aus (7-Liter-Verbrauch, 15.000 gefahrene Kilometer). Salatöl im Supermarkt, das man kanisterweise zum Betanken nach Hause schleppen müsste, ist im Vergleich dazu auch wesentlich teurer (1,20 Euro). Die Versorgung mit Kraftstoff aus dem Supermarkt (Ölflaschen) sei allerdings nicht sehr zweckmäßig, und es müsste ein Lebensmittel „verfeuert“ werden, gibt es Bedenken nicht nur von Umweltschützern. Umrüstungsspezialist Hanke versichert zudem: „Es gibt keine Konkurrenz zum Lebensmittel Öl“. Für die Verarbeitung werden speziell angebauter Raps und Sonnenblumen in Kaltpressung verwendet. Nur 1,47 Prozent der brachliegenden Ackerfläche in Österreich werden damit bebaut. Ein Tankstellennetz gibt es derzeit bis nach Vorarlberg, mit Ausnahme von Salzburg.
Um einen Euro pro Liter tanken Auch die Nachfrage nach Altspeiseöl ist derzeit groß. Es herrsche „ein G’riss ums Altfett“, wie Gernot Breitenhuber von der SEEG (Südsteirische Energie- und Eiweißerzeugungsgenossenschaft) in Mureck betont. An der eigenen Tankstelle kostet der so erzeugte Biodiesel 1,099 Euro. Die Landesgeschäftsführerin der Grünen im Burgenland, Monika Hubik, betankt ihren 15 Jahre alten „Diesel“ mit wieder verwertetem Altfett. Sie hat ihr Auto umrüsten lassen und einen eigenen Tank im Garten im Raum Wien stehen. Hubik: „Der Gedanke, dass Abfall so sinnvoll eins zu eins wieder verwendet wird, gefällt mir. Es ist sicher eine individuelle Lösung und nicht für Gott und die Welt geeignet. Aber ich bin unabhängig und merke keinen Unterschied beim Fahren und im Verschleiß.“ Experten sind davon überzeugt, wenn alle Österreicher auf Frittenöl im Tank umstellen würden, gebe es über kurz oder lang „horrende Summen“ für diesen Abfallstoff auf dem Markt.
Frittieröl für Stadt-Stapler 50.000 Liter Altfett wird jährlich gesammelt und in Wels verwertet Das landes- und österreichweite Sammelsystem für altes Speisefett trägt den Namen „Öli“ und funktioniert seit sechs Jahren in Salzburg. Aus einem Drei-Liter-Kübel voll Altfett wird dabei immerhin Biodiesel für eine Fahrtstrecke von 50 Kilometer. Auch zur Strom- und Wärmegewinnung sowie zur Seifen- und Reinigungsmittel-Produktion kann Altöl wieder verwendet werden. Zuletzt wurden im Vorjahr rund 7000 Sammelbehälter für Tennengauer Haushalte angeschafft (Regionalverband). Das Prinzip: Ein Drei-Liter-Kübel „Öli“ wird kostenlos ausgegeben, bei den Recyclinghöfen voll mit Altfett abgeliefert und gegen einen neuen, sauberen ausgetauscht. Für die Gastronomie (5 Euro kostet die Erst-Anschaffung, 25-Liter-Füllmenge) gibt es zumeist auch ein Abholservice so wie in der Landeshauptstadt (Privatabgabe wöchentlich am Schrannen-Tag vor dem Schloss Mirabell oder beim Recyclinghof in der Siezenheimer Straße 20, werktags 7 – 17 Uhr). Info und Beratung: 0662 – 8072 – 45 44, www.stadt-salzburg.at (und in den Salzburger Gemeinden). Das in Salzburg gesammelte alte Fett landet in Wels, wird dort verarbeitet und kommt dann als Treibstoff zurück nach Salzburg. So werden mit dem alten Frittenöl die Motor-Stapelfahrzeuge im Magistrat betrieben.
So rechnet sich Autogas richtig Steigende Preise für Benzin und Diesel machen Autofahrern das Leben schwer. Autogas gilt inzwischen als günstiger Ersatz. Bei uns lesen Sie Rechenbeispiele, und außerdem beantworten wir die 15 wichtigsten Fragen rund um die Umrüstung. Seit der Blick auf die Preisanzeige der Zapfsäule Stirnrunzeln und Zornesröte in die Gesichter treibt, erlebt Autogas oder LPG einen Boom. Mehr als 200.000 Autos sind bereits mit der günstigen Alternative zu Benzin unterwegs - die zurzeit etwa 66 bis 69 Cent pro Liter kostet. Fortsetzung:An folgenden Beispielen sehen Sie, wie sich die Kosten von Benziner und Autogas zueinander verhalten.
Nach einem Jahr liegen die Kosten für Benzin bei 10.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr bei 1350 Euro, bei 30.000 Kilometern bei 4050 Euro. Ein mit Autogas betriebenes Auto ist in diesem Zeitraum mit Mehrausgaben verbunden: Bei 10.000 Kilometern pro Jahr betragen sie 1765 Euro und bei 30.000 Kilometern 443 Euro.
Nach drei Jahren hat sich das Verhältnis der Kosten schon geändert. Bei 10.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr liegen die Kosten für einen Betrieb mit Autogas insgesamt bei 4751,27 Euro, was 701,27 Euro teurer gegenüber dem Benziner ist. Bei 30.000 Kilometern pro Jahr lohnt sich Autogas schon deutlich: Die Kosten liegen bei 8885,27 Euro, gegenüber dem Benzinbetrieb spart man also erstmals, und zwar 3264,73 Euro.
Nach fünf Jahren lohnt sich Autogas in jedem Fall: Hier liegen die Ersparnisse zwischen 353,67 (10.000 km) und 6963,67 Euro (30.000 km).
Dem Rechenbeispiel liegen folgende Annahmen zugrunde: In die Autogas-Kosten fließt die Umrüstung mit 2300 Euro ein. Der Verbrauch wurde mit neun Liter Superbenzin angenommen, Benzinpreis 1,50 Euro/Liter, Autogas 0,66 Euro/Liter, Mehrverbrauch Autogas 15 Prozent, pro Kaltstart 0,1 Liter Benzin. Durchschnittliche Strecke bei 10.000 km Jahresleistung: 24 km, durchschnittliche Strecke bei 30.000 km Jahresleistung: 60 km. Quelle: PRonline
Berlin (dpa/tmn) - Es sind harte Zeiten für Autofahrer: Die Preise für Benzin und Diesel liegen auf einem neuen Rekordniveau - und daran dürfte sich in Zukunft kaum etwas ändern.
Hinzu kommt, dass seit der letzten Preisrunde der Kostenvorteil von Dieselfahrzeugen dahin ist: Am vergangenen Mittwoch war der Liter Diesel mit 1,52 Euro im Bundesdurchschnitt erstmals genauso teuer wie der Liter Benzin. An manchen Tankstellen kostet Diesel sogar schon mehr, und das wird nach Einschätzung von Experten bald die Regel sein. Vielen Benziner- und Dieselfahrern laufen damit die Kosten davon. Doch es gibt einen Ausweg aus der Spritpreisfalle: Denn mit steigenden Kraftstoffkosten wird die Umrüstung gebrauchter Autos auf Flüssiggas interessanter. Fortsetzung: «Aus Verbrauchersicht ist das durchaus eine vernünftige Variante», sagte Daniel Kluge vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Sie kommt vor allem für diejenigen in Frage, für die sich ein Diesel wegen der hohen Spritpreise nicht mehr lohnt und die sich aus finanziellen Gründen keinen sparsamen neuen Benziner leisten können. Denn für die Anschaffung eines gebrauchten Benziners samt der 1800 bis 2800 Euro Umrüstkosten auf Flüssiggas - auch Autogas genannt - muss deutlich weniger investiert werden.
Hinzu kommt, dass Autogas laut Kluge bis zum Jahr 2018 von der Mineralölsteuer befreit ist. Dadurch sei es beim Tanken derzeit um rund die Hälfte günstiger als Benzin und Diesel. Nach Angaben des Deutschen Verbands Flüssiggas (DVFG) in Berlin beträgt der Durchschnittspreis von Flüssiggas in Deutschland rund 69 Cent.
Das ergibt beim Tanken einen erheblichen Preisvorteil, wie Kluge anhand eines Rechenbeispiels verdeutlicht: Bei einem Spritpreis von 1,50 Euro pro Liter, einem Durchschnittsverbrauch von 8,0 Litern auf 100 Kilometer und einer Fahrleistung von 15 000 Kilometern im Jahr zahlten Diesel- und Benziner-Fahrer jährlich rund 1800 Euro allein an Spritkosten. Bei Autogas wären es dagegen rund 900 Euro.
Laut DVFG-Geschäftsführer Robert Schneiderbanger kommen wegen der hohen Spritpreise immer mehr Autofahrer auf die Idee, ihr Fahrzeug auf Autogas umzurüsten. «Die Werkstätten sind total ausgelastet», sagt Schneiderbanger. Zurzeit belaufe sich der Bestand an Autogas-Fahrzeugen in Deutschland auf 250 000. Der Verband rechnet damit, dass es bis zum Jahr 2015 bereits rund eine Million oder mehr sein werden.
Allerdings muss vor einer Umrüstung geprüft werden, ob sich das Fahrzeug dafür auch eignet. So wird ein Benzinmotor nach Angaben des Verbands der Motorinstandsetzungsbetriebe (VMI) in Ratingen im Gasbetrieb stärker belastet. Der Umrüstbetrieb müsse wissen, ob der Motor diese Belastungen ohne weitere Eingriffe übersteht oder eventuell Umbauten am Motor erforderlich sind. Die Werkstatt sollte daher über die nötige Erfahrung für diese Arbeiten verfügen.
VCD-Sprecher Kluge empfiehlt Interessenten, für sich auszurechnen, ab welcher Kilometerleistung sich diese Alternative lohnt. Eventuell sei auch die Anschaffung eines gebrauchten Erdgasfahrzeugs eine Alternative. Erdgas liege preislich auf einem ähnlichen Niveau wie Autogas, sei ebenfalls bis zum Jahr 2018 steuerbefreit und zudem aus Umweltsicht besser geeignet, da es bei der Verbrennung weniger CO2 freisetzt.
SONDERSHAUSEN. Die aktuellen Spritpreise sind der Hohn. War bereits in den Pfingstferien die 1,50-Euro-Marke geknackt worden, gibt es jetzt scheinbar keine Hemmungen mehr. Einziger Trost: Egal, ob Diesel, Benzin oder Super - momentan löhnen alle das Gleiche. Alternativen sind immer mehr gefragt. Die Stadtwerke haben ihre Einfahrpauschale bis Ende dieses Jahres verlängert und locken mit Tankgutscheinen. Doch der Trend geht wohl zum Autogas. Fortsetzung:Ein jeder geht anders mit dem Problem um. Die einen steigen aufs Fahrrad und lassen das Auto stehen. Die nächsten begeben sich auf Spritklau wie jüngst am Wochenende: Aus einem Bagger an einer Baustelle zwischen Otterstedt und Bliederstedt wurden 150 Liter Sprit abgezapft. Doch das seien Einzelfälle, so Klaus Schulz, Chef der Polizeiinspektion Kyffhäuser. Immer wieder mal gebe es Dieseldiebstähle, das sei aber kein Schwerpunkt. "Bei Pkw haben wir das zum Glück noch nicht erlebt. Das liegt vielleicht auch am Risiko. Für die paar Liter lohnt es sich wohl nicht", meint er.
Hoher Dieselpreis treibt Biosprit-Aktien Angesichts der rasant gestiegenen Dieselpreise wird das Tanken mit Biokraftstoff wieder attraktiv. Die Hoffnung auf einen wieder anziehenden Biodiesel-Absatz an den Tankstellen sorgt für Freudensprünge an der Börse.
Biodiesel-Aktien erholen sich am Freitag auf breiter Front und ziehen kräftig an. Die Papiere von EOP Biodiesel gewinnen rund 18 Prozent, die Titel von Biopetrol steigen um über 15 Prozent. Die Aktien des Biodiesel- und Bioethanol-Herstellers Verbio klettern um rund fünf Prozent nach oben. Fortsetzung:In den letzten Monaten hatten die Biodiesel-Aktien allerdings kräftig nachgegeben. Grund: Die höhere Besteuerung von Biokraftstoffen seit Jahresbeginn hatte zu einem Absatzeinbruch an den Tankstellen geführt. Aufgrund der gesunkenen Nachfrage leiden die Biodiesel-Hersteller seit Monaten unter Überkapazitäten. Der Kurs von EOP Biodiesel und Biopetrol stürzte folglich binnen eines Jahres von 9 bis auf 2 Euro, die Aktie von Verbio rauschte von acht auf knapp über einen Euro.
Comeback von Biodiesel an den Tankstellen Laut der "Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP)" - dem Biokraftstoff-Lobbyverband - haben die stark gestiegenen Dieselpreise in diesen Tagen zu einem Comeback von Biodiesel an den Tankstellen gesorgt. Der durchschnittliche Preisunterschied liege bei fast 12 Cent je Liter. An einzelnen Tankstellen läge die Preisdifferenz gar schon bei über 25 Cent je Liter.
Die extremen Schwankungen der Kraftstoffpreise machen deutlich, dass die Besteuerung von Biosprit an den Marktverhältnissen vorbei konzipiert sei, kritisiert die UFOP. Der Verband fordert eine Steuerpolitik, die solche Schwankungen berücksichtigt.
Bioethanol bringt Firma mehr Gewinn CropEnergies zieht Bilanz - Umsatz und Ergebnis gesteigert
Die CropEnergies AG Mannheim, zu der das Bioethanolwerk in Zeitz gehört, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 186,8 Millionen Euro erzielt und damit das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent gesteigert. Fortsetzung:Die Bioethanolproduktion stieg im Zeitraum vom 1. März 2007 bis 29. Februar 2008 um 7,7 Prozent auf rund 247 000 Kubikmeter. Damit ist CropEnergies der größte Bioethanolhersteller in Deutschland und einer der führenden Anbieter in Europa. Mit der deutlichen Ausweitung der Handelswaren konnten im Vorfeld der Kapazitätserweiterungen erfolgreich neue Märkte entwickelt werden, die in Zukunft vorwiegend durch die Werke in Zeitz und Wanze aus eigener Produktion beliefert werden sollen.
Hohe Rohstoffpreise
Trotz massiv gestiegener Rohstoffpreise konnte das Unternehmen Umsatz und Ergebnis in einem schwierigen Marktumfeld steigern. Maßgeblich für diese Entwicklung waren der gestiegene Bioethanolabsatz sowie die effiziente Produktions- und Kostenstruktur, heißt es im Geschäftsbericht. Hierzu gehöre nicht nur die Fähigkeit der Produktionsanlage in Zeitz, verschiedene Getreidesorten und Zuckersirupe zu Bioethanol verarbeiten zu können. Vielmehr habe sich auch die Strategie zur Veredelung und Vermarktung des bei der Bioethanolproduktion anfallenden Kraftfutters ProtiGrain als richtig erwiesen. Damit sei rund ein Drittel der verarbeiteten Getreidemenge als hochwertiges Tierfuttermittel wieder für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung gestellt worden. Den Anstieg der Nettorohstoffkosten infolge der massiven Preiserhöhungen für Getreide habe das Unternehmen durch Nutzung von Zuckersirupen sowie durch steigende Futtermittelerlöse begrenzt.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet CropEnergies weiteres Wachstum. Quelle
EuGH soll Besteuerung von beigemischten Biokraftstoffen prüfen
Das Finanzgericht Hessen hat dem EuGH die Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt, ob die volle Besteuerung des Biokraftstoffanteils in gemischten Kraftstoffen europäischem Recht entspricht (FG Hessen, Beschluss vom 08.05.2008 - 7 K 3015/07).
Fortsetzung:Der Grund für das Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) liegt in der seit dem 1.1.2007 geltenden Rechtslage zur Besteuerung von Pflanzenöl als Biokraftstoff nach dem Energiesteuergesetz. Seit diesem Datum unterliegen in so genannten gemischten Erzeugnissen die Biokraftstoffanteile der vollen Besteuerung. Zuvor waren sie steuerbefreit. Bei gemischten Erzeugnissen handelt es sich um Kraftstoffe, die zum einen aus Pflanzenöl als Biokraftstoff und zum anderen aus herkömmlichem Dieselkraftstoff und Additiven bestehen.
Ein Hersteller, der einen gemischten Kraftstoff als Ersatz für herkömmlichen fossilen Dieselkraftstoff entwickelt hat, klagt derzeit vor dem Hessischen Finanzgericht (FG). Er wurde in 2007 zur Zahlung von Energiesteuer herangezogen. Der dagegen gerichtete Einspruch blieb erfolglos, so dass der Hersteller Klage erhoben hat. Der Kläger wehrt sich grundsätzlich dagegen, dass durch das Biokraftstoffquotengesetz aus dem Dezember 2006 die bisherige Steuerentlastung für den Pflanzenölanteil in dem gemischten Kraftstoff ab 01.01.2007 abgeschafft wurde.
Nach Ansicht des FG stellt sich die Frage, ob die volle Besteuerung der europarechtlich vorgeschriebenen Förderung der Verwendung von Biokraftstoffen nach der Biokraftstoffrichtlinie entgegensteht. Denn mit dem Entzug der Befreiung von der Energiesteuer werde dem Pflanzenölkraftstoffanteil seine Wettbewerbsfähigkeit entzogen.
Die hessischen Richter fragen den EuGH auch, ob die deutsche Regelung ab dem 01.01.2007 nicht dem gemeinschaftsrechtlichen Grundsatz der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes entgegensteht. Der deutsche Gesetzgeber habe mit dem Energiesteuergesetz ein auf mehrere Jahre ausgelegtes Fördersystem steuerlicher Vergünstigungen geschaffen, dessen Rücknahme für betroffene Unternehmen nicht vorhersehbar war. Der Gesetzgeber dürfe so grundlegende Änderungen aber nur bei Vorliegen ganz außergewöhnlicher Umstände vornehmen.
Das FG könnte die zugrundeliegende Regelung im Energiesteuergesetz für seine Entscheidung unangewendet lassen, wenn es der Überzeugung ist, dass diese mit dem europäischen Recht nicht in Einklang steht. Wegen der dann nur den konkreten Streitfall erfassenden Entscheidung würde dies jedoch weder für den Kläger noch für vergleichbare Steuerpflichtige zu Rechtssicherheit führen. Daher legt das FG den Sachverhalt dem EuGH zur Vorabentscheidung vor.
Der Vorlagebeschluss ist auf der Homepage des Hessischen Finanzgerichts veröffentlicht.
Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Marcus Steinhorst. Quelle
1000 Samenkörner enthalten 43 Prozent Pflanzenöl - Fakten vom Regierungspräsidium KREIS GIESSEN (rsl). Blühende Rapsfelder konnten Anzeiger-Leser schon auf einer Extra-Seite bewundern und genießen. Jetzt hat das Gießener Regierungspräsidium Fakten zum Thema geliefert. Fortsetzung:Über Jahrhunderte hat die Kulturpflanze ein Schattendasein geführt. Heute dient sie neben Ernährungszwecken auch zur Produktion von Biokraftstoffen. Pflanzenöl und Biodiesel haben bereits jetzt einen beachtenswerten Marktanteil am deutschen Treibstoffmarkt. Sechs Prozent aller Kraftstoffe, das entspricht etwa einer Menge von dreieinhalb Millionen Tonnen Biosprit, entstehen aus der gelb blühenden Pflanze, wie das Regierungspräsidium Gießen berichtet. Die große Nachfrage hat dazu geführt, dass sich der Raps-Anbau in Deutschland in den letzten 15 Jahren verdoppelt hat. Heute werden 1,5 Millionen Hektar Ackerland mit Raps bestellt. Dabei kannten bereits die alten Römer den Raps, der jedoch erst seit dem 14. Jahrhundert kultiviert wird. Das Öl diente zunächst als Brennstoff für Lampen. Ab Ende Juli trägt der Raps ausgereifte Schoten. Jede Pflanze liefert dann rund 1000 schwarzbraune Samenkörner, die bis zu 43 Prozent wertvolles Pflanzenöl enthalten. Doch nicht nur der Ertrag zahlt sich für den Landwirt aus. Auch die Pflanze an sich hinterlässt auf dem Feld positive Wirkung. Die tiefen Rapswurzeln lockern tiefgründig den Boden und bereiten so optimale Bedingungen für den nachfolgenden Anbau vor. "Getreide, das unmittelbar nach Raps angebaut wird, bringt im Schnitt zehn Prozent mehr Ertrag, als ein Anbau von Getreide nach Getreide", erläutert Reiner Diemel, Biomasse-Experte beim Gießener Regierungspräsidium . Die Verwendung von Rapsöl und Biodiesel als Treibstoff spart pro Liter mehr als zwei Kilogramm CO2 und schont damit das Klima, so der RP-Experte. Mit dem Ölertrag von einem Hektar Raps könne ein Pkw immerhin 23 000 Kilometer fahren, rechnet er vor. "Große Teile der Rapsanbaufläche entsprechen ehemaligen Bracheflächen, die zur Vermeidung von Nahrungsmittelüberschüssen in der EU vor einigen Jahren von den Landwirten angelegt werden mussten", erläutert Diemel, der auch Experte für nachwachsende Rohstoffe aller Art ist. Die mit dem Biosprit-Raps in Verbindung gebrachten gestiegenen Nahrungsmittelpreise haben seiner Meinung nach andere Ursachen. So würden auch Getreide und Ölfrüchte inzwischen zu Spekulationsobjekten der internationalen Finanzmärkte werden. Allein in Lettland lägen derzeit etwa 500 000 Hektar Agrarflächen brach. Russland könnte, so der Experte, etwa zehn Millionen Hektar für den europäischen Energiepflanzenmarkt mobilisieren. Indien verfüge über 50 Millionen Hektar Brachland. Angesichts dieser Zahlen sei es "sehr verkürzt zu behaupten, dass Nahrungsmittel getankt würden", erläutert Diemel. Telefonisch ist der Biomasse-Experte im Gießener Regierungspräsidium unter 0641/303 5530 oder per E-Mail unter r.diemel@rpgi.hessen.de zu erreichen. Quelle:http://www.giessener-anzeiger.de
Pflanzenöl dient erstmals als Isolier- und Kühlmittel
Bad Teinach Teinach-Zavelstein. Die EnBW Regional AG hat einen Leistungstransformator im Umspannwerk Teinach in Betrieb genommen, der ausschließlich mit Pflanzenöl als Isolier- und Kühlmittel arbeitet. Fortsetzung:Für dieses Pilotprojekt wurde ein 40-MVA-Standardaggregat, das Hochspannung von 110 Kilovolt auf eine Mittelspannung von 20 Kilovolt übersetzt, für den Einsatz von Naturölen ausgelegt. Erstmals weltweit sei ein Netztransformator dieser Baugröße einschließlich seiner Anbauteile, zum Beispiel des Lastumschaltes, komplett mit Bioöl bestückt und dabei unter Last regelbar, wie die EnBW mitteilt. Gegenwärtig würden in der Energiewirtschaft fast ausschließlich Transformatoren eingesetzt, bei denen Mineralöl als Kühl- und Isolierflüssigkeit verwendet wird.
Der Einsatz von alternativen Isoliermitteln gewinnt aufgrund stetig steigender Anforderungen beziehungsweise Auflagen aus dem Umwelt- und Brandschutz zunehmend an Bedeutung. Wesentliche Vorteile der Pflanzenöle liegen darin, dass sie biologisch abbaubar und nicht Wasser gefährdend sind. Deshalb kann ein Transformator mit Pflanzenölfüllung auch in Trinkwasser- und Überflutungsgebieten eingesetzt werden.
Pflanzenöle lassen sich aus nachwachsenden einheimischen Rohstoffen wie Raps oder Sonnenblumen erzeugen und können in absehbarer Zeit eine wirtschaftliche Alternative zu den herkömmlichen Isolierstoffen, die auf Erdöl basieren, darstellen. Um weitere Erkenntnisse über das Betriebs- und Alterungsverhalten der Pflanzenöle unter Einsatzbedingungen zu erhalten, ist die Trafoanlage im Teinacher Umspannwerk mit zahlreichen Messeinrichtungen ausgestattet. Die gewonnenen Daten können dann per Fernübertragung ausgelesen und weiterverarbeitet werden.
Bei diesen Forschungsaktivitäten kooperiert die EnBW Regional AG mit den Universitäten in Stuttgart und Karlsruhe, die auch weitergehende Untersuchungen zur Verwendbarkeit verschiedener Pflanzenöle in Leistungstransformatoren anstellen.
Um die Forschungsergebnisse besser vergleichen zu können, wurde parallel ein baugleicher Transformator mit konventioneller Mineralölfüllung an einem anderen Standort in Betrieb genommen.
"Unsere Vision ist der Einsatz von Leistungstransformatoren, die nach ihrer Nutzung 100 Prozent recycelbar und deren Isolierstoffe sowohl 100 Prozent biologisch abbaubar als auch vollständig nachwachsend sind", sagte der Leiter des Forschungsprojektes, Michael Schäfer von der EnBW Regional AG.
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